Ist das Kunst oder kann das weg?

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Hören einige Kritiker den Namen „Banksy“, sträuben sich jenen schon die Nackenhaare. Der Künstler taucht irgendwo auf, sprayt einer seiner berühmten Kunstwerke an Mauern und Wände und verschwindet genauso schnell wieder. Heute sind die Werke mehrere Millionen Euro wert, doch ist Graffiti wirklich Kunst?

Es scheiden sich die Gemüter, ob Graffiti als Kunst bezeichnet werden können oder nicht. Besonders dann, wenn die jeweiligen „Künstler“ keine Genehmigung dafür hatten, dort einer ihrer Meisterwerke an die Wand zu bringen. Das sehen Sie vor allem in Großstädten, wo beinah jede Hauswand irgendein Graffiti ziert. Auch in Berlin ist das nichts Ungewöhnliches, doch was die Bundespolizei jetzt erlebt hat, schon. Am letzten Samstag im September machte sich ein kompletter Sprayertrupp auf, um ihre Kunst in die Welt zu tragen. Zum Opfer fielen ihn nicht nur ein S-Bahn-Zug, sondern auch der Bahnhof und sogar die Gleisanlage. Auf einer Fläche von 300 Quadratmeter wurde alles in Farbe getaucht. Die Pressestelle der Bundespolizei dazu: „Das haben wir auch noch nicht erlebt, das ist eine komplett andere Dimension.“

Für einige sind die Schriftzüge, Figuren, Symbole und Bilder Kunst, doch wiederum andere bringen sie zur Weißglut. Allen voran die Stadt und die Hausbesitzer, welche die Kritzeleien am Ende wieder entfernen müssen. Wie hoch der jährliche Schaden durch Graffiti ist? Dazu gibt es nur grobe Schätzungen, doch die Bundespolizei spricht von mehreren Millionen Euro. Vor einigen Jahren wurde hingegen durch den Deutschen Städtetag eine Summe von 200 Millionen Euro laut. Die Eigentümervertretung Haus & Grund in Frankfurt nennt hingegen einen Betrag zwischen 200 und 500 Millionen Euro. Das große Problem ist, dass eine gereinigte Wand nicht rein bleibt. Kahle Mauern wirken wie unbeschriebene Leinwände für die Sprayer und schon einen Tag danach könnte es sich hier wieder ein Graffiti gemütlich machen.

Allerdings sind Graffiti nicht nur schlecht, wie einige Gegner Ihnen weiß machen wollen. Sie stellen eine durchaus gute Lösung für Orte dar, welche etwas mehr Farbe gebrauchen könnten. Natürlich nur in Absprache mit den Besitzern oder der Stadt. Gerade in den letzten Jahren kam es immer häufiger zu Zusammenarbeiten, doch auch wilde Sprayer sind nicht immer eine Plage. So verwandelten sich beispielsweise die Brückenpfeiler der A66 im Frankfurter Niddapark zu einer wahren Graffiti-Galerie.

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