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NSU 110/1200

Die Investitionen des Jahres 1964, die von rund 20 auf 60 Millionen erhöht worden waren, trugen deutliche Früchte. NSU hatte sich zum Ziel gesetzt, im Jahre 1965 stolze 100.000 Wagen zu verkaufen; das erste Halbjahr rechtfertigte diesen Optimismus bereits, denn gegenüber der gleichen Zeitspanne des Vorjahres waren die Umsätze um knapp 20% gestiegen. Neue Arbeitskräfte mussten eingestellt werden. 600 Gastarbeiter unterschiedlichster Nationalität waren seit Anfang 1964 bei NSU am Werk. Weitere 1.559 Mitarbeiter, für die man zudem keine Wohnungen erstellen musste, kamen am 1 .Juli 1965 hinzu. Auch das zum stetigen Ausbau der NSU Kapazität so dringend benötigte Produktionsterrain wurde erweitert:
NSU übernahm Drauz. "Wir betrachten es als ein glückliches Zusammentreffen der Umstände und Interessen", so argumentierte Dr. von Heydekampf in seinem Bericht zur Lage von NSU bei der Hauptversammlung am 7. Juli 1965 im vollbesetzten NSU Kasino, "dass im Jahre 1964 das Projekt Drauz spruchreif wurde, eines der zwei aussergewöhnlichen Ereignisse dieses NSU Jahres. Die altbekannte, gut beleumundete Familiengesellschaft Karosseriewerke Drauz liegt 5 Kilometer von hier im Heilbronner Industriegelände. Uns wachsen insgesamt über 40.000 Quadratmeter Fabrikationsfläche zu. Wir haben zum Übergabedatum 1. Juli 1965 auch die Vorräte an Roh- und Umlaufmaterial ermittelt und mit erworben. Wir übernehmen eine zur Branche gehörige, in vollem Gange befindliche Fabrikanlage, deren Ausbau und Rationalisierung schon seit 1964 mit uns koordiniert ist. Damit wird die ursprünglich geplante notwendige Erweiterung der Karosserie-Fertigung im Neckarsulmer Werk eingespart." Die Karosserie-Fertigung konnte denn auch durch diese "verlängerte Werkbank" wesentlich erweitert und beschleunigt werden.
Die unbestrittene Sensation der IM 1965 war auf dem Messestand von NSU zu sehen: Der NSU autonova GT auf dem Fahrwerk des NSU Prinz 1000. Alle Tageszeitungen und Illustrierten nahmen sein Bild als Aufhänger für ihre IM-Berichterstattung. Diese kühne Karosserie-Studie, in der Idee von dem bekannten Journalisten Fritz B. Busch an NSU heran getragen und von der NSU Presseabteilung unterstützt, sorgte einmal mehr dafür, dass der altbekannte NSU Leitsatz "NSU in aller Munde" erneut und erfolgreich verwirklicht wurde.Aber nicht nur dieser recht eigenwillige Traumwagen zog das Publikum an den NSU Stand, sondern auch zwei neue Modelle: Der NSU Typ 110 mit 1, 1-Liter-Vierzylinder-Motor, vergrössertem Passagier- und Kofferraum, der nun das NSU Automobilprogramm nach oben abrundete, und daneben, als sportliche Version des Prinz 1000, der NSU Prinz 1000 TT, der in den nachfolgenden Jahren als Sportkanone im Hause NSU Lorbeeren am laufenden Band einfuhr. Die Sporttauglichkeit der wendigen und schnellen Kompaktwagen aus Neckarsulm wurde am besten durch die grossen Sporterfolge unterstrichen: Siegfried Spiess gewann 1965 auf NSU Prinz 1000 die Deutsche Bergmeisterschaft aller Klassen für Grand- Tourisme-Wagen mit acht ersten Plätzen und drei zweiten. Und Günther Irmscher beendete auf einem NSU Prinz 1000 TT die damals längste Automobil-Rallye der Welt, die Tour d'Europe, als Gesamtsieger. Was keiner anderen Automobilmarke in Deutschland gelang, das brachten diese beiden NSU Fahrer zuwege, zwei von sechs deutschen Automobilmeisterschaften gingen an NSU. Aber damit nicht genug. Auch drei Automobil-Gaumeister errangen ihre Titel auf NSU Automobilen, und die schon seit Jahren bekannten Motorrad-Gelände Spezialisten Erwin Schmider, NSU Max 350 c cm und Josef Kelle, NSU Max-Gespann, wurden zum achten Mal in ununterbrochener Folge Deutsche Motorrad Geländemeister ihrer Klassen.
Die sportlichen NSU Erfolge konnten jedoch nicht darüber hinweg täuschen, dass auch das Unternehmen unter der Rezession zu leiden hatte. Trotzdem hatte das Jahr 1966 gegenüber dem Vorjahr mit 91.228 Einheiten einen Mehrverkauf von 12% gebracht. Der Export war an diesem Erfolg mit einer Steigerungsquote von 16,8% wesentlich beteiligt, denn in dieser Zeit stand in Italien der NSU Prinz 4 an erster Stelle in der Liste sämtlicher importierter Fahrzeuge. Mit berechtigtem Stolz verkündigte man 1966 in Neckarsulm: Das 500.000ste NSU Automobil hat seit der Wiederaufnahme der Auto-Produktion im Jahr 1957, also knapp neun Jahre später, das Band verlassen -es war ein NSU Typ 110 SC, der mit 1,2-Liter-Vierzylinder im September frisch vom Stapel ging. Mit einer Typenreihe von 600 bis 1200 c cm bis hin zum NSU Spider bot NSU eine Skala verkehrstüchtiger Automobile, die sich durch gute Fahrleistungen und nicht minder respektable Fahreigenschaften auf dem internationalen Markt wacker schlugen und das aufstrebende Automobilwerk an die 500-Millionen-Umsatzgrenze brachten.

 

gebt Farbe auf die Strasse mit dem NSU 1200

NSU Typ 110 / 110 S (SC) / 1200 (C)

Klick aufs BildMotor Vierzylinder Reihen-Viertaktmotor, Luftkühlung durch Gebläse
Bohrung x Hub 72 x 66,6 mm 75 x 66,6 mm 75 x 66,6 mm
Hubraum 1085 c cm 1177 c cm 1177 c cm
Leistung 53 PS / 5600 U/min 60 PS / 5600 U/min 55 PS / 5500 U/min
Drehmoment 8,0 mkg / 3500 U/min 8,4 mkg / 3500 U/min 8,55 mkg / 3500 U/min
Verdichtung 8,0 : 1 8,0 : 1 7 ,8 : 1
Vergaser 1 Fallstromvergaser Solex 34 P CI
Ventile V-förmig hängend, obenliegende Nockenwelle
Schmierung Druckumlaufschmierung 3,5 Liter Öl
Elektrische Anlage 12 Volt /32 Ah 225 Watt Drehstrom 12 Volt /32 Ah 225 Watt Drehstrom 12 V/32 Ah, 350 Watt
Kraftübertragung Hecktriebblock, Motor quer zur Fahrtrichtung, Motor/Getriebe hinter der Hinterachse Einscheiben- Trockenkupplung
Vollsynchronisiertes Viergang-Schaltgetriebe I auf Wunsch: Halbautomatik
Karosserie Selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Aufhängung vorn: Einzelradaufhängung an Trapez-Dreiecklenkern, Schraubenfedern
mit Querstabilisator, hydraulische Stoßdämpfer
Aufhängung hinten: Einzelradaufhängung an Schräglenkern, Schraubenfedern, hydr. Stoßdämpfer
Lenkung Zahnstangenlenkung, 3,2 Lenkradumdrehungen
Bremsen Hydraulische Vierrad- Trommelbremsen, auf Wunsch: Scheibenbremsen vorn
Räder Felgen: 4,50 x 13 Reifen: 155 -13
4,50 x 13 Reifen: 155 -13 6, 15/155 -13 auf Wunsch: 145 oder 155 SR 13
Allgemeine Daten Länge 4.000 mm / Breite 1.500 mm / Höhe 1.390 mm
Radstand / Spur v ./hi. 2.440 mm / 1.280/ 1.248 mm
Gewichtlzul.Ges.gewicht 720 kg / 1.130 kg
Höchstgeschwindigkeit 143 km/h 150 km/h 143 km/h 150 km/h 145 km/h
Bauzeit 1965 -1967 1966 -1967 1967 -1973
Stückzahl 49.227 Exemplare 25.098 Exemplare 256.338 Exemplare


Neupreis 1965: DM 5.800.-- 1966: DM 6.000.--

1966: DM 6.075.--(S) 1966: DM 6.200.--(SC)

1967: DM 5.950.-- 1970: DM 6.100.-- 1971: DM 6.500.-- 1972: DM 6.700.--


Mittelklassewagen auf bewährter NSU Linie: Vergrößerter Vierzylindermotor im Heck,
vergrößerte Kompakt-Karosserie mit großem Frontkofferraum (490 Liter). Weiterent-
wicklung auf 1 ,2-Liter-Hubraum zum Typ 110 S (SC) mit mehr Komfort und zum NSU
1200 (C), den es auch auf Wunsch mit einem Selektivautomatik-Getriebe gab.

Diese Bilder wurden mir freundlicherweise von Stefan Pisendel aus Berlin zu Verfügung gestellt. Bitte besucht Ihn auch auf der URL:http://www.nsu110.de/