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NSU Prinz 1000
(L) (S) NSU
1000 (C)
Mit Vierzylinder
Anschluss an die Mittelklasse.
Zweifellos waren der überdimensionale
Mercedes 600 und der sportlich ausgelegte, zukunftsweisende NSU Spider
die beiden Sensationen auf der Internationalen Automobil Ausstellung (IAA)
1963 in Frankfurt. Aber auch der NSU Prinz 1000 fand die ihm gebührende
Beachtung beim Publikum und wurde ob seiner technischen Delikatessen in
der Fach- und Tagespresse an bevorzugter Stelle erwähnt. Denn mit
der Baureihe moderner Vierzylinder-Viertaktmotoren begann NSU im Jahr
1964 seinen Blickwinkel um eine neue Perspektive zu erweitern. Im Prinz
1000 fand sie ihre Anwendung. Um die Kapazität der steigenden Nachfrage
nach NSU Automobilen, vor allem dem neuen " Tausender" angleichen
zu können, entstanden neue Produktionsanlagen. Auf einer Fläche
von 10.000 Quadratmetern wurde eine Halle errichtet, die sechs Fertigungsstrassen
Raum bot. Begünstigt durch das milde Winterwetter, konnten in dem
Hallenneubau bereits Anfang April 1964 die ersten Wagen der Prinz 1000-Vorserie
gefertigt werden.
Und dann kam der 29. und 30. Apri11964: Aus allen Teilen Deutschlands,
aus der Hansestadt Lübeck wie aus dem Bayerischen Wald, aus der Pfalz
wie aus West-Berlin, reisten NSU Händler zu NSU nach Neckarsulm.
Bei einem grossen Familientreffen der Händlerschaft im Werk wurden
die ersten NSU Prinz 1000 L Vorführwagen übergeben. 1.150 Fahrzeuge
setzte NSU an diesen beiden Tagen innerhalb weniger Stunden ins Strassenbild
der Bundesrepublik. Wohin man schaute, auf den Autobahnen, auf den Landstrassen,
in den Städten überall tauchte er auf, das neue Gesicht des
lang erwarteten NSU Prinz 1000 L. Schon im August 1961, als der NSU Prinz
4 mit einem Paukenschlag auf ähnliche Weise eingeführt wurde,
war die Freude bei den Händlern und der demonstrative Erfolg dieser
Abwicklung gross. Im Frühjahr 1964 zum Beginn der Verkaufssaison,
freuten sich die NSU Händler nicht minder, den neuen 1000er aus Neckarsulm
durch die blühende Landschaft nach Hause fahren zu können.
Bei dieser reibungslos abgelaufenen Wagenübernahme gab auch Dr. Hans
Zimmermann als stellvertretender Verkaufsleiter sein Debüt vor der
NSU Händlerschaft. Mit spritzig-pointiertem Vortrag analysierte er
die Verkaufs- und auch die Verkäufersituation auf dem Automobilmarkt
von 1964.
Als neues Instrument in den Händen der NSU Verkäufer besass
der NSU Prinz 1000 L alle Merkmale, eine umfangreiche Ausweitung des NSU
Marktanteils zu erbringen. Es lag wohl in der Handschrift der NSU Ingenieure,
Fahrzeuge mit sportlicher Grundlinie zu entwickeln. Schon der Prinz 4
war in seiner Klasse ein sehr munteres, lebendiges Fahrzeug. Der neue
Prinz 1000 setzte diese Charakteristik fort; er bot dem Fahrer ein Temperament
und ein Fahrverhalten, wie man es in dieser Klasse nicht ohne weiteres
fand. NSU war der Auffassung, dass der neue Prinz 1000 vor allem für
jene Fahrer in Betracht kam, die einen Wagen nicht nur zum Transport von
A nach B benutzten, sondern die Freude hatten am guten und sportlich sicheren
Fahren.
Die bewährte, ausserordentlich übersichtliche Kompaktform des
Prinz 4 wurde beim neuen Modell im wesentlichen beibehalten. Der Radstand
betrug allerdings 225 cm (Prinz 4: 204 cm) und die gesamte Länge
379 cm (Prinz 4: 344 cm). Diese Vergrösserung von Gesamtlänge
und Radstand kam nicht nur der Strassenlage und den Fahreigenschaften
zugute, sondern dem Fahrkomfort schlechthin. Besondere Sorgfalt verwandte
NSU bei der Ausgestaltung des Innenraums. Ein neu gestaltetes, gepolstertes
Armaturenbrett mit klaren Instrumenten und griffgünstigen Schaltern,
gut gestaltete Sitze, grosse Ablagefächer links und rechts der rückwärtigen
Bank, ausstellbare Seitenscheiben hinten und eine verstärkte Heiz-
und Belüftungsanlage gewährleisteten komfortables und ermüdungsfreies
Fahren. Von aussen erkannte man den Prinz 1000 an den Oval-Scheinwerfern,
an der neuen Frontpartieestaltung, am seitlichen Lufteinlassgrill und
an der neuen Heckleuchtengestaltung, akustisch am "runden",
dumpfen Ton des neu entwickelten NSU Vierzylinder-Motors.
Der Prinz 1000-Vierzylinder war zweifellos ein Prachtstück des modernen
Motorenbaus. Die Vierzylinder standen in Reihe, der Motor lag quer zur
Fahrtrichtung im Heck. NSU entschied sich für die Luftkühlung,
und zwar aus diesen Gründen:
Ein luftgekühlter Motor kommt schneller als ein wassergekühlter
auf Betriebstemperatur (wichtig bei Kurzstreckenbetrieb), er erspart dem
Fahrer vor allem im Winter jegliche Wartung und er ist erheblich leichter
als ein wassergekühlter Motor mit den notwendigen Aggregaten wie
Kühler, Wasserpumpe und Wasserfüllung. Dieser letzte Gesichtspunkt
war bei der Anordnung des Motors im Heck von erheblicher Bedeutung.
Der neue Prinz 1000 leistete 43 PS. Bei dem sehr niedrigen Wagengewicht
des Prinz 1000 von 650 kg ergab sich ein Leistungsgewicht von 15,1 kg/PS.
Selbstverständlich besass der Motor als moderne Konstruktion eine
obenliegende Nockenwelle, die durch eine Kette angetrieben wurde. Diese
Nockenwelle machte den Motor drehfreudig, was der Fahrer beim schnellen
Start und beim Überholen am Berg zu schätzen wusste. Die Höchstgeschwindigkeit
lag bei 135 km/h.
Viele technische Feinheiten liessen die Sorgfalt erkennen, mit der die
NSU Ingenieure ans Werk gingen: Die Kurbelwelle war fünffach gelagert,
die Kipphebel waren verchromt, die Zylinderlaufbahnen gehärtet, der
Verbrennungsraum im Zylinderkopf wurde halbkugelförmig gestaltet,
ein Ölbad-Grossluftfilter und ein
Micronik-Feinstölfilter im Hauptstrom sorgten für reine Luft
und reines Öl. Weitere Feinheiten der Konzeption: Die Kupplung konnte,
ohne dass man den Motor selbst demontieren musste, für sich ausgebaut
werden. Das Gebläserad sass unmittelbar auf der Kurbelwelle. Das
vollsynchronisierte Viergang-Getriebe war zwar mit dem Motor zu einem
Block zusammengefasst, es konnte aber ebenfalls für sich demontiert
werden.
Der Sparsame

NSU
Prinz 1000 (L) (S) NSU 1000 (C)
Vierzylinder Reihen-Viertaktmotor, Luftkühlung durch Gebläse
Hubraum / Bohrung x Hub 996 c cm / 69 x 66,6 mm
Leistung 43 PS bei 5.500 U/min 40 PS bei
5.500 U/min
Drehmoment 7 ,3 mkg bei 3500 U/min 7 ,0
mkg bei 3.250 U/min
Verdichtung 7,5 : 1
Vergaser 1 Fallstromvergaser, Solex 34 P CI
Ventile V-förmig hängend, obenliegende Nockenwelle
Druckumlaufschmierung 3,5 Liter Öl
Elektrische Anlage 6 Volt / 66 Ah ab 9/1969: 12 Volt / 32 Ah
Hecktriebblock, Motor quer zur Fahrtrichtung und nach rückwärts
zur Seite geneigt, Motor samt Getriebe hinter der Hinterachse
Einscheiben- Trockenkupplung
Vollsynchronisiertes Viergang-Schaltgetriebe
Selbsttragende Ganzstahlkarosserie
Aufhängung vorne: Einzelradaufhängung an Trapez-Dreiecklenkern, Schraubenfedern,
mit Querstabilisator, hydraulische Stoßdämpfer
Aufhängung hinten: Einzelradaufhängung an Schräglenkern, Schraubenfedern,
hydr. Stoßdämpfer
Zahnstangenlenkung, 3 Lenkradumdrehungen
Hydraulische Vierrad- Trommelbremsen auf Wunsch: Scheibenbremsen vorn
Räder Felgen: 4,00x12, Reifen: 5,50- 12
Felgen: 4,50x12, Reifen: 5,50-12
Auf Wunsch: 145 SR 12
Länge 3.793 mm / Breite 1.490 mm / Höhe 1.364 mm
Radstand / Spur vorne/hinten 2.250 mm / 1.246 /1.235 mm
2.250 mm / 1.260 /1.248 mm
Gewicht/zulässiges Gesamtgewicht 650 kg / 1.040 kg 670
kg / 1.060 kg
Spitze / Verbrauch 135km/h / 7,0-8,5 Liter
131 km/h / 7,0-8,5 Liter
Bauzeit 1964 -1967 1967 -1972
Stückzahl 75.480 Exemplare 116.781 Exemplare
Neupreis 1964: DM 5.500.--(Prinz 1000 L)
1967: DM 4.990.--(NSU 1000)
Neupreis 1965: DM 5.190.--(Prinz 1000 L) 1967:
DM 5.250.--(NSU 1000 C)
Neupreis 1965: DM 5.390.--(Prinz 1000 S)
1970: DM 5.400.--(NSU 1000 C)
Neupreis 1966: DM 5.390.--(Prinz 1000 S)
1971: DM 5.800.--(NSU 1000 C)
Mit Vierzylindermotor und vergrößerter Kompakt-Karosserie fand NSU mit
dem Prinz
1000 Anschluss an die Mittelklasse. Der temperamentvolle und sportliche
Viersitzer
hatte Ovalscheinwerfer, seitlichen Lufteinlassgrill und getrennte Schlussleuchten.
Weiterentwickelt setzte er 1967 als NSU 1000 seine Karriere fort.

 
Das
Interieur war im NSU Standart aufgebaut,
klar, schlicht, bequem. Der Kofferraum des 1000er's hatte immerhin 337
Liter Stauraum, dazu kam noch der Stauraum hinter den Fondsitzen von 50
Litern.
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