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Bericht vom NSU-Treffen in Freiamt
Dank der frühzeitigen Anmeldung und Hotelbuchung, konnte ich das Treffen locker auf mich zukommen lassen. Der grosse Fahrzeug-Check an meinem Prinz brachte keine Mängel zum Vorschein und der verbaute homokinetische Antrieb musste sich auf dieser Fahrt bewähren. So zu sagen auf den letzten „Drücker“ wurde der Prinz von Fredy fertig und er wagte sich ohne grosse Testfahrten auf die Reise zum Treffen nach Freiamt. Auch für den neu aufgebaute TT von Dani wurde diese Reise zum ersten echten Härtetest.
Das Wetter am Donnerstag war uns nicht freundlich gesinnt und bei leichtem Regen startete ich mit Trix im „Schlepp“ um 9.15 Uhr Richtung Eglisau. Bei der Besammlung in Eglisau wurden die Teilnehmer mit Kaffe und Gipfeli willkommen geheissen und alle waren gespannt, wie viele NSU im Konvoi nach Freiamt dabei sein werden. Es war für mich eine echte Überraschung, dass sich der NSU-Konvoi nach Freiamt aus acht NSU – Fahrzeugen zusammensetzte. Nachdem die Fahrzeuge in Position gebracht wurden und die Ausfahrt abgesichert war, machte sich der Konvoi auf den Weg. Pesche fuhr mit seinem Kastenwagen und Trailer als Besenwagen hinter dem Konvoi her – im Falle eines Falles. Ohne Hast und Eile fuhren wir im Regen dem Rhein entlang nach Lauchringen und gelangten auf eine kurvenreiche, leicht steigende Strasse. Durch lichte Wälder fuhren wir entlang der Steina hoch Richtung Schluchsee und erreichten nach ca. 1.5 Stunden die Staatsbrauerei Rothaus. Eine willkommene Rast für Mensch und Maschine. Nachdem wir unsere kulinarischen Gelüste gestillt hatten, ging die Fahrt bei Regen weiter, entlang dem Schluchsee Richtung Furtwangen. Die Regentropfen wurden immer seltener und wir nahmen Kurs auf Gütenbach und fuhren entlang der Gutach bis Simonswald. Kurz nach Bleibach ging es auf die Schnellstrasse Richtung Waldkirch und erreichten via Sexau unser Ziel Freiamt nach ca. 3 Stunden Fahrzeit. Wir parkten unsere Fahrzeuge in der Nähe vom Festzelt, wo auch das Nennbüro ihren Platz hatte. Anschliessend ging es zu den Hotels für den Zimmerbezug. Nachdem die NSU Prima vor dem Festzelt platziert war, ging es auf die Begrüssungs- und Orientierungstour auf dem weitläufigen Gelände. Am Abend traf sich der Grossteil der Teilnehmer im Festzelt und Bier mit Benzingespräche ist eine interessante Kombination.
Am Freitag war Einkaufen angesagt bei sonnigem Wetter und jeder ging auf die Suche nach fehlenden Teilen. Eine freiwillige Ausfahrt stand auf dem Programm, doch wir nutzten diese Zeit für die Teilesuche. Langsam aber sicher füllten sich die Stauräume und gleichzeitig wurden unsere Geldbörsen immer dünner. Am Nachmittag entschloss ich mich mit dem Fotoapparat auf Bilderfang zu gehen, doch ausser einigen interessanten Gesprächen mit „alt Bekannten“ gab es nicht viel. Arno, der schnelle Holländer, bot mir eine Fahrt auf seinem Goggo an und das Angebot nahm ich dankend an. Zwischenzeitlich tauchte auch die Künstlerin „Nina“ auf, die von unseren Prinzen handgemalte Kunstwerke hinzauberte. Mein „Teilekurier“ aus Wien (Martin Kogler) tauchte plötzlich aus dem „Nichts“ auf und überbrachte mir das Renngetriebe von einem verstorbenen österreichischen Rennfahrer. Mit einigen Radlern spülte ich am Abend das Schnitzel mit Pommes hinunter und die Benzingespräche im Festzelt gingen in die zweite Runde. Spät oder Früh (wie man will), aber bei sternenklarem Himmel fuhren wir zum Hotel und schliefen einem sonnigen Samstag entgegen.
Um 10.00 Uhr besammelten wir uns bei den Fahrzeugen und die grosse „Fahrzeug-Reinigung“ bevor die offizielle Ausfahrt begann. Gemeinsam ging die Reinigung flott voran, nur der Prinz von Fredy schien statisch aufgeladen zu sein, denn der Staub wollte einfach nicht runter. Nach dem Fahrzeugputz war noch genügend Zeit, der Kolonne der aufgestellten Fahrzeuge nach hinten zu marschieren. Ich staunte nicht schlecht, als ich zwei Beamte vom TÜV- Süd entdeckte, die anhand einer Liste bestimmte Fahrzeuge suchten, kontrollierten und diesen anschliessend einen Kleber verpassten. Eine gezielte Frage lüftete das Geheimnis: Sie suchten anhand der Liste alle Fahrzeuge ohne Strassenzulassung, damit diese an der Ausfahrt trotzdem teilnehmen konnten – da musste ich den Hut ziehen! Für die Ausfahrt standen wir goldrichtig und mussten uns nicht in der Schlange hinten anstellen. Um 13.00 Uhr kam dann plötzlich Leben auf und von den Funktionären wurden wir aufgefordert uns einzuordnen - Top geklappt, der Konvoi Nr. 2 konnte beginnen. In „langsamer“ Fahrt bewegten sich die Teilnehmer Richtung Emmendingen und da ging es quer über den Marktplatz. Die buntgemischte Prinzenschlange wurde bestaunt, beklatscht und wir bedankten uns mit Winken aus den Seitenfenstern. Eine wahrhaftig eindrückliche Passage! Nach ca. 1 Stunde erreichten wir die Wiese, auf der das Gruppenfoto entstehen sollte. Die Funktionäre hatten wieder alle Hände voll zu tun, um die ungeduldigen Prinzenfahrer einzuweisen. Uns blieb anschliessend noch genügend Zeit, mit einer Wurst und einer Flasche Apfel-Shorley den aufkommenden Hunger und Durst zu stillen. Dann endlich kam das Feuerwehrauto und brachte die Fotografen mit der Leiter auf die nötige Höhe – nichts für schwache Nerven. Nachdem die Bilder im Kasten waren, leerte sich die Wiese diszipliniert und schnell und mit einem zufriedenen Grinsen fuhren die Prinzen-Piloten zurück auf das Gelände. Am Abend im Festzelt wurde dann geehrt und gefeiert und die ganze „Sippe“ war bei bester Laune, bis spät in die Nacht.
Am Sonntagmorgen ging alles rasend schnell und als dann alle Teile sicher verteilt und verstaut waren, rückte der Stundenzeiger gegen Mittag. Mit einem guten Gefühl, leerer Brieftasche aber einem vollen Kofferraum, fuhr der CH-Konvoi vom Gelände. Der Himmel bedeckte sich zusehends und wir hofften, die Schweiz noch trocken zu erreichen. Kurz vor dem Titisee machten wir noch einen Fotohalt und stellten unsere Prinzen in Reih und Glied auf für das Shooting. Ohne Panne und Zwischenfälle erreichten wir trocken und guten Mutes Eglisau und blockierten nur für kurze Zeit die Strasse, als Andy seinen Prinz auf den Trailer „packte“. So ging das unvergessliche NSU-Treffen in Freiamt zu Ende und alle waren sich einig: es wird nicht unser letztes gemeinsames Treffen bleiben!
Mit luftgekühlten Grüssen
Charly
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