Oldtimer Classic of speed

Hittnau 2004

Am 14./15. August war es wieder soweit und alle Beteiligten waren erleichtert, dass zum guten Gelingen auch der Wettergott das Seinige dazu beitrug. Die engen Platzverhältnisse in den Fahrerlagern verlangte von jedem Teilnehmer etwas Rücksichtnahme. Der Veranstalter überraschte die Fahrer mit einem Erinnerungsgeschenk mit persönlichem Foto und Renngefährt.

Bei bedecktem Himmel aber trockener Piste wurden die Besichtigungsläufe gestartet, die ohne nennenswerte Zwischenfälle über die Bühne gingen. In der 5. Runde zwang mich die heftige Rauchentwicklung im Heck von meinem Rennprinz das Fahrerlager vorzeitig aufzusuchen. Ein kurzer Blick in den Motorraum und der Fall war klar: gelockerte Schrauben am Deckel vom Steuerkettenkasten. Die Reinigung des Motorraumes vom herum geschleuderten Oel dauerte länger als die effektive "Reparatur". Es blieb mir dennoch genügend Zeit, die Düsenbestückung der Vergaser zu ändern und stand pünktlich für den ersten Demolauf am Vorstart. Mühelos drehte der Motor über 8000 U/min. und in meiner Magengegend machte sich bereits Übermut bemerkbar. Prompt verlor ich bei der Einfahrt auf die Gerade das Heck - zum Glück ohne Folgen. Die neu eingebaute Abt-Sperre verrichtete ihren Dienst einwandfrei, nur der etwas zu hohe Reifendruck musste ich etwas nach unten korrigieren. Pünktlich zum "Corso-Start" war ich im Fahrerlager von diesem Riesenfeld, das auf dem höchsten Punkt des Renngeländes lag.

Mein NSU-Freund Andy Jakob aus dem Berner Seeland war mit einem "Schweizer-Auto" ebenfalls im Corso dabei. Begleitet wurde er von Hans-Peter Schweizer ("Pesche"), der diese eigenwillige Karosserieform in den 70er Jahren entworfen und gebaut hatte. Als in der Schweiz die NSU-Szene ihren Höhenflug hatte, mischte "Pesche" mit seinen Fahrzeugen ganz vorne mit und die "Schweizer-NSU-Karosserieform" unterschied sich klar vom Rest. Die vielen Corso-Fahrzeuge verdaute die Rennstrecke nur knapp und oft war "stop and go" angesagt - schade.
Das Festzelt am Samstagabend war gut gefüllt und schützte vor dem Regen, der bis gegen 23:00 Uhr anhielt. Alle Oldtimerfreunde fühlten sich unter diesem Dach wohl und eine familiäre Atmo-sphäre breitete sich aus. Der Spagettiplausch mit allerlei Saucen und Salat, gefolgt von Kuchen, Zitronen- oder Schwarzwälder-Rouladen war bei den Teilnehmern gut angekommen. Die Benzingespräche dauerten bis weit in die Nacht hinein und vertrieben gleichzeitig die Regenwolken.

Am Sonntagmorgen ging das erste Rennfeld mit etwas Verspätung auf die trockene Piste und das Motorengebrüll lockte allmählich die Sonne hinter den Restwolken hervor. Ein prächtiger Renntag kündigte sich an und der Zuschauerstrom verteilte sich langsam entlang der 1.6 km langen Piste. Das Feld der Renntourenwagen stand als nächstes auf dem Programm und mit betriebswarmem Motor stellte ich mich am Vorstart auf. Ein Motorrad eskortierte uns zur Start-Ziel-Linie, wo immer für zwei Teilnehmer gleichzeitig der Start freigegeben wurde. Mein Rennprinz lief wie geschmiert und in mir baute sich ein unglaublicher Fahrspass auf! Mit gedrosseltem Reifendruck liess sich nun auch die Abt-Sperre problemlos beherrschen. Die leicht übersteuernde Tendenz des Fahrzeuges passte nicht nur mir, sondern auch die Zuschauer fanden Gefallen an meiner Fahrweise. Mit winkenden Armen und Applaus, wurden wir von den Zuschauern ins Fahrerlager zurück begleitet ein tolles Gefühl!

Ein Blick auf meine Tankuhr zeigte mir, dass nachtanken angesagt war, denn mein "Triebwerk" schlürft durch die Doppelvergaser locker 26 l/100km bei dieser Fahrweise.
Dank der guten Organisation, bekamen die Zuschauer beinahe lückenlos besten Oldtimer-Motorsport zu sehen von Solomaschinen, Gespannfahrzeugen, Renntourenwagen, Grand Tourismo, Sport- und Formelwagen, LKW-Race-Trucks und dem Corso. Eine unvergessliche Veranstaltung für Zuschauer sowie Teilnehmer und es bleibt zu hoffen, dass im Jahre 2006 die Neuauflage von "Oldtimer Classic of speed" im Terminkalender eingetragen werden kann.

Charly Aegerter

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