«Wilder Haufen» im Überflug

 

 

 

3. Hittnauer Oldtimer Classic of Speed vom schlechten Wetter beeinträchtigt

Trotz 3000 Zuschauern: «Das Defizit wird schlimmer sein als beim ersten Mal vor vier Jahren», zog Finanzchef Walter Halder am Sonntagmittag vorläufige Bilanz. Das schlechte Wetter hat einmal mehr der Oldtimer Classic of Speed vom Wochenende in Hittnau übel mitgespielt.

Nach 1998 und 2000 rafften sich die begeisterungsfähigen Mitglieder des Motorsportclubs Hittnau (MSC) rund um das initiative Führungsduo Christian Brunner und Walter Halder erneut auf, um den nostalgischen motorsportlichen Grossanlass mit Motorrädern, Autos und Flugzeugen zu organisieren. Nicht selbstverständlich, wenn man bedenkt, dass die erste Veranstaltung mit 40 000 Franken Defizit und die zweite Auflage mit einem bescheidenenGewinn von 500 Franken abgeschlossen werden konnte. Zählen konnte man auf einen harten Kern von etwa 20 Mitgliedern und doppelt so vielen Helfern aus den Dorfvereinen und weiteren Sympathisanten.


Spitze über 200 km/h

Am Samstag war das Wetter während wenigen Stunden so, wie man es sich für das ganze Wochenende gewünscht hätte. Entlang der Tösstal- und Haselstrasse und rund um das alte Schulhaus im Hasel herrschte aufgeräumte, lockere Feststimmung. Gerüche aus Benzin, Öl und heissem Metall mischten sich mit dem Duft des nahen Grillstandes. Alle 18 Minuten ging eine neue Staffel von Motorrädern und Autos der unterschiedlichsten Kategorien an den Start. Der 1,6 Kilometer lange Rundkurs wurde mehrmals befahren. Im Weiler Hasel waren maximal 50 Stundenkilometer zugelassen, was den Zuschauern erlaubte, die Rennfahrzeuge auch in langsamer Fahrt betrachten zu können. Freie Fahrt hatten sie dagegen auf der Tösstalstrasse, wo Spitzengeschwindigkeiten von über 200 km/h erreicht wurden.

Das Fahrerfeld bei den Motorrädern, angeführt vom mehrfachen Welt- und Schweizer Meister Luigi Taveri (kürzlich 73-jährig geworden), verzeichnete einmal mehr eine sensationell hohe Beteiligung. «Wir mussten sogar Absagen erteilen», sagt Walter Halder.

Bei den Formelwagen nahmen erstmals drei Formel-1-Rennwagen an der Oldtimer Classic teil: Ein Brabham (1965), ein Benetton (1988) und ein Monteverdi (1990). Zu einer farbenprächtigen Show mehrerer Jahrzehnte Automobil- und Motorradgeschichte wurde der Korso der Veteranenfahrzeuge. Neben bekannten Namen wie Opel, Citroën und Rolls-Royce standen solche, welche nur noch dem eingeweihten Kenner etwas sagen: Borgward, Auto Union und Bugatti; letzterer vertreten mit zwei prachtvollen «Baby-Exemplaren», wobei nicht nur die Fahrzeuge selber, sondern auch die ebenso «niedlichen» Insassen von den Zuschauern mit Applaus bedacht wurden.


Oldtimer hoben ab

Wie erstmals beim Oldtimer Classic 2000 bekam Hittnau für zwei Tage einen Flugplatz mit Kontrollturm für Oldtimer-Flugzeuge. Sie starteten und landeten auf einer Graspiste, welche beinahe kongruent mit dem ehemaligen Flugfeld der in Hittnau gegründeten Flugsportgruppe Zürcher Oberland verlief. Einen Höhepunkt bildete der Überflug des «wilden Haufens», gebildet aus 15 Oldtimer-Flugzeugen zeitgleich mit dem Korso auf der Strasse. Siebzig Jahre trennten das jüngste vom ältesten Flugzeug, und ebenso unterschiedlich präsentierten sich die Motorenleistungen. Wahrlich kein einfaches Unterfangen für die Piloten, die unterschiedlichen «Temperamente» ihrer «fliegenden Kisten» in eine lockere Flugformation zwingen zu müssen.


dieser Bericht stammt aus dem Zürcher Oberländer vom 2. September 2002.