Saisonauftakt 2002

Der Slalom Frauenfeld bedeutet für mich alljährlich der Start in die neue Rennsaison. Ich staunte nicht schlecht, als ich im NSU-Forum las, dass ich mit meinem NSU in Frauenfeld starte. Gleichzeitig freute es mich, dass über die Landesgrenzen hinaus meine Aktivitäten mit dem  Rennprinz Beachtung finden. Aus diesem Grunde werde ich mein Saisonstart kurz beschreiben. Mein Renngerät ist pünktlich fertig geworden und wartet geduldig auf seinen ersten Einsatz. Um pünktlich um 08:00 Uhr an der technischen Kontrolle zu sein, war mein Renngefährt schon am Vortag reisefertig. Am Renntag spielte auch noch das Wetter mit und mein Vorhaben stand unter einem guten Ohmen. Von 09:00 – 10:00 Uhr war die Strecke frei zur Besichtigung und ich versuchte mir die Schlüsselstellen genau einzuprägen. Ein nicht einfaches Unterfangen mit über 40 Toren verteilt auf eine Länge von 2.8 km. 

Zurück im Fahrerlager musste mein roter Kampfstern eine letzte Kontrolle über sich ergehen lassen, bevor es zum Vorstart ging. Dass mein NSU die Nummer 1trug war darauf zurück zu führen, dass mein Rennprinz das hubraumschwächste Fahrzeug in diesem Starterfeld war; umzingelt von Fahrzeugen bis 2500 ccm. Die Hoffnung auf eine vordere Platzierung bei dieser Konkurrenz war gering. . . .  doch zuerst musste noch gefahren werden. Die teilweise knifflige Streckenführung könnte zu Torfehlern verleiteten und genau in diesen Bereichen erkannte ich meine Chance. Eine innere Nervosität machte sich in mir bemerkbar, hatte ich am NSU doch einiges modifiziert in der Winterpause und nun kommt die Stunde der Wahrheit. Den Besichtigungslauf sowie die beiden Trainingsläufe nutzte ich um mir den Verlauf der heiklen Passagen ein zu prägen. Trotz einer aggressiveren Fahrweise im 2. Trainingslauf, verlor ich 4/10 Sekunden! Eine Tatsache die mich ins Grübeln brachte. Bis zu den Rennläufen verblieb mir genügend Zeit, mich damit auseinander zu setzten wo diese Sekunden liegen blieben. Ich liess mir nochmals alle Winterarbeiten durch den Kopf gehen und erinnerte mich, dass ich hergekommen bin um die Abstimmung des Fahrwerkes zu verbessern.

Zu diesem Zweck hatte ich die Diffsperre ausgebaut und nun war mir alles klar: eine andere Fahrweise war gefragt! Im ersten Rennlauf versuchte diese Erkenntnis umzusetzen und unterbot zu meinem Erstaunen die Trainingsbestzeit um 8/10 Sekunden! Voll motiviert und mit dem Messer zwischen den Zähnen startete ich zum 2. Rennlauf um die gewonnenen Erkenntnisse aus dem 1. Rennlauf zu verbessern. Kleine Fehler begleiteten mich in diesem 2. Rennlauf und meine Hoffnung auf eine weitere Zeitverbesserung schmolz dahin. Im Ziel traute ich meinen Augen nicht, als die Uhr bei 1:58.60 stehen blieb; eine Verbesserung von knapp 2 Sekunden!
Tatsächlich - ein Auftakt nach Mass mit einem 2. Schlussrang . . . .

 

Charly Aegerter